Aus dem aktuellen Löwenmaul (Ausgabe 4/ 2012) ein Beitrag von Ulf Homeyer

Die CDU befindet sich derzeit in einer misslichen Lage. Deutsche Großstädte, sei es bei Oberbürgermeister- oder Kommunalwahlen, gehen reihenweise verloren und dies entfacht naturgemäß eine Debatte um die künftige Ausrichtung der CDU. Zum größten Konkurrenten in Großstädten sind mittlerweile die Grünen avanciert; angeblich weil diese das urbane „Großstadtflair“ besser verkörpern. Aber was bedeutet Urbanität? Ein generelles Tempo 30 auf allen Straßen? Einkäufe nur noch mit dem Fahrrad tätigen? Sich nur noch den reinen ‚Wohlfühlthemen’ widmen, weil es keine anderen Probleme gibt?
Macht es daher Sinn, sich beispielsweise grünen Themen anzunähern, um diese Wählerschicht für sich zu gewinnen? Nein, mitnichten! Vielmehr muss man sich auf das eigene Klientel konzentrieren, welches man allgemein als „Stammwähler“ bezeichnet. Menschen, die sich mit der Politik der CDU identifi zieren. Der Kern des aktuellen Problems liegt doch darin, dass eben jene Stammwählerschaft nicht mehr weiß, wofür die CDU steht. Aufgrund des Wahns, sich nach Trends zu richten, sind viele unserer ureigenen Positionen nicht mehr zu erkennen. Die CDU, egal ob in der Großstadt oder im ländlichen Raum, muss sich wieder ihren Kernthemen widmen. Unsere Positionen müssen sich von denen unserer politischen Mitbewerber unterscheiden. Unsere Großstädte haben sich nicht gewandelt, die Bedürfnisse der Menschen sind annähernd die gleichen wie noch vor einigen Jahren. Gewandelt hat sich nur die CDU, die auf der Suche nach einer neuen Identität ist.
Unsere „alte“ Identität war aber richtig, schließlich haben wir damit viele Jahre erfolgreich Kommunen und Großstädte regiert. Die Frage, ob die CDU eine Großstadtpartei ist, kann man klar mit ja beantwortet. Die Frage, ob die CDU noch ihre konservativen Wurzeln vertritt, ist da schon schwieriger. Der jetzt vielfach geforderte (weitere) Linksruck ist der absolut falsche Weg, den wir gehen können. Ich plädiere für ein simples Rezept: Mehr Konservatismus wagen! Damit werden wir womöglich nicht jede Wahl gewinnen, aber unsere Stammwählerschaft wird es uns danken. Und die Erfolge kommen dann schon von alleine.

Ulf Homeyer,
Kreisvorsitzender der JU Frankfurt

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